Sustainable Development Goals

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen bilden einen globalen Rahmen für nachhaltige Entwicklung. Sie definieren zentrale Ziele in Bereichen wie wirtschaftlicher Entwicklung, Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und institutioneller Stabilität.

Digitale Technologien spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung dieser Ziele. Digitale Verwaltungsinfrastrukturen, sichere Identitätssysteme und automatisierte Dienstleistungen können dazu beitragen, staatliche Dienstleistungen effizienter zu gestalten und den Zugang zu öffentlichen Leistungen zu erleichtern.

Unsere Technologien stehen im Zusammenhang mit mehreren dieser Ziele und unterstützen insbesondere die Entwicklung moderner digitaler Infrastrukturen und effizienter öffentlicher Institutionen.

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SDG 1: Keine Armut
SDG 1: Keine Armut
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SDG 1: Keine Armut

Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Was wollen wir mit SDG1 erreichen?

  • Bis 2030 soll kein Mensch auf der Welt mehr in extremer Armut – das heißt von weniger als umgerechnet 2,15 US-Dollar pro Tag – leben müssen.
  • Die Zahl der Menschen in Armut, gemessen an nationalen Definitionen, soll mindestens halbiert werden.
  • Alle Menschen sollen durch soziale Sicherungsleistungen abgesichert sein.
  • Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Chancen beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Vermögen und natürlichen Ressourcen haben.
  • Die Widerstandsfähigkeit von Menschen in Armut gegenüber klimabedingten Extremereignissen und wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schocks soll gestärkt werden.

Zahlen und Fakten

712 Millionen

Menschen lebten 2022 in extremer Armut

590 Millionen

Menschen könnten 2030 immer noch in extremer Armut leben, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen

3,8 Milliarden

Menschen verfügen über keinerlei soziale Absicherung

115 Millarden

US-Dollar direkte wirtschaftliche Verluste wurden 2015 bis 2022 im Schnitt jährlich durch Katastrophen verursacht.

37%

der Beschäftigten sind im Fall eines Arbeitsunfalls versichert

Weniger als 4 von 10

Personen mit schweren Behinderungen weltweit erhalten eine Erwerbsminderungsrente

Wo stehen wir?

Mehr als 20 Jahre lang ist die Zahl der Menschen in Armut weltweit konstant gesunken. Infolge der Covid-19-Pandemie nahm die extreme Armut erstmals wieder zu, Fortschritte in der Armutsbekämpfung wurden teilweise zunichte gemacht. Die steigende Inflation und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verschärften die Lage.

Seither verläuft die Erholung uneinheitlich: Während die extreme Armut in den meisten Ländern wieder auf Vorpandemie-Niveau zurückgegangen ist, haben sich die Länder mit niedrigem Einkommen noch nicht von dem Schock erholt. Nach Schätzungen lebten 2022 rund 23 Millionen mehr Menschen in extremer Armut als 2019. Außerdem hat sich durch die Pandemie die globale Einkommensungleichheit weiter verschärft. Besonders betroffen sind Subsahara-Afrika und Südasien, aber auch der Nahe Osten und Nordafrika.

Auch der Klimawandel hindert viele Länder daran, die Armut erfolgreich und dauerhaft zu verringern. Naturkatastrophen bremsen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung aus und lassen Millionen Haushalte verarmen. Besonders betroffen sind die am wenigsten entwickelten Länder: Ihre katastrophenbedingten Verluste liegen um das Sechsfache über dem globalen Durchschnitt.

Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen, LSBTIQ+⁠(Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Personen und andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind besonders stark von Armut betroffen.

Wenn sich die Armutsbekämpfung nicht erheblich beschleunigt, dürfte es weniger als einem Drittel der Länder gelingen, ihre nationale Armutsquote bis 2030 zu halbieren.

Der Anteil der Erwerbstätigen, die in extremer Armut leben, ist seit 2015 zurückgegangen. Doch ungeachtet der Fortschritte mussten 2023 immer noch fast 241 Millionen Menschen trotz Erwerbstätigkeit mit weniger als 2,15 US-Dollar am Tag auskommen.

Was müssen wir tun?

Die Weltgemeinschaft verpflichtet sich mit dem Prinzip „Niemanden zurücklassen“ der Agenda 2030, von Armut betroffene Menschen besonders in den Blick zu nehmen. Wirtschaftswachstum muss inklusiv sein, damit alle davon profitieren. Gleichzeitig bedarf es gezielter Maßnahmen, um Ungleichheit und Diskriminierung zu verringern und die Klimaresilienz⁠(Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu stärken.

Zentral sind der Ausbau von sozialen Sicherungssystemen, eine progressive Besteuerung sowie ein verbesserter Zugang zu Basisdienstleistungen. Die Gewährleistung der Menschenrechte, wie etwa das Recht auf Bildung, Gesundheit, Nahrung, Land und Sanitärversorgung, ist von besonderer Bedeutung.

Wichtig sind auch eine gute Regierungsführung und mehr Teilhabe von Menschen in Armut an politischen Entscheidungen und am sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben.

Für inklusives Wachstum bedarf es in vielen Ländern einer verbesserten ländlichen Entwicklung. Voraussetzung ist außerdem ein gleichberechtigter Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen, Märkten, Technologien und Finanzdienstleistungen.

Das deutsche Engagement für SDG 1

Um Armut in all ihren Facetten erfolgreich zu beenden, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz.

In der bilateralen Zusammenarbeit hat das BMZ seit 2016 jährlich rund 2,5 Milliarden Euro für Projekte zur Reduzierung von Armut bereitgestellt, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung, Staat und Zivilgesellschaft, Landwirtschaft und Übergangshilfe.

Um von Armut betroffene Regionen zu unterstützen, setzt sich das BMZ dort besonders ein. So konzentrieren sich Ansätze wie die BMZ-Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ oder die Sonderinitiative Geflüchtete und Aufnahmeländer auf Regionen mit hoher Armut.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-1

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SDG 2: Kein Hunger
SDG 2: Kein Hunger
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SDG 2: Kein Hunger

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Was wollen wir mit SDG2 erreichen?

  • Alle Menschen sollen immer ausreichend Nahrungsmittel haben.
  • Alle Menschen sollen sich gesund und ausgewogen ernähren können.
  • Alle Menschen sollen durch soziale Sicherungsleistungen abgesichert sein.
  • Die landwirtschaftliche Produktivität soll steigen und das Einkommen von Kleinbäuerinnen und -bauern soll wachsen.
  • Die Nahrungsmittelproduktion soll nachhaltiger werden.
  • Die genetische Vielfalt von Kulturpflanzen sowie Nutz- und Haustieren und ihren wildlebenden Artverwandten soll bewahrt werden.

Zahlen und Fakten

2,33 Millarden

Menschen haben keinen gesicherten Zugang zu nahrhaften, gesunden und erschwinglichen Lebensmitteln

Bei 50%

der Zielvorgaben zu SDG 2 ist eine negative Entwicklung zu verzeichnen

Frauen

sind häufiger von Ernährungsunsicherheit betroffen

58%

der Länder verzeichneten 2022 mäßig bis ungewöhnlich hohe Nahrungsmittelpreise

Rund 733 Millionen

Menschen litten 2023 an Hunger – rund 122 Millionen mehr als 2019.

Etwa 148 Millionen

Kinder unter fünf Jahren sind chronisch mangelernährt und leiden unter Wachstumshemmungen

Wo stehen wir?

Wenige Jahre vor Ablauf der Agenda 2030 ist die Weltgemeinschaft dem Ziel, Hunger, Ernährungsunsicherheit und alle Formen der Unterernährung zu beenden, nicht nähergekommen. Tatsächlich nahmen Hunger und Ernährungsunsicherheit im Zuge der Corona-Pandemie ab 2020 stark zu – Lieferketten wurden unterbrochen, Einkommensmöglichkeiten gingen verloren und viele Bäuerinnen und Bauern konnten nicht mehr genügend Lebensmittel produzieren. Insbesondere bei Kindern haben sich alle Formen der Unterernährung durch die Pandemie verschlimmert.

Seitdem sind die Zahlen fast unverändert hoch, einer von elf Menschen weltweit leidet Hunger, fast jeder dritte Mensch ist von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die meisten Hungernden (384 Millionen) leben in Asien. Den größten Anteil an der Bevölkerung verzeichnet Afrika – dort leidet etwa jeder fünfte Mensch Hunger. Prognosen zeigen, dass im Jahr 2030 immer noch mehr als 580 Millionen Menschen chronisch unterernährt sein werden, mehr als die Hälfte von ihnen in Afrika.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sorgten erhebliche Unterbrechungen der Logistik- und Nahrungsmittelversorgungsketten für höhere Preise bei Nahrungsmitteln, Energie und Düngemitteln. Die Rekordpreise haben die Kaufkraft und den Zugang zu Nahrungsmitteln verschlechtert und sich so negativ auf die Ernährungssicherheit ausgewirkt. Als positive Entwicklung war eine Steigerung der öffentlichen Ausgaben für die Landwirtschaft zu verzeichnen.

Von einer produktiven und nachhaltigen Landwirtschaft ist die Welt laut SDG-Fortschrittsbericht der Vereinten Nationen noch „mäßig weit entfernt“. Während Europa und Nordamerika auf einem guten Weg sind, erfüllen die am wenigsten entwickelten Länder viele der von Sachverständigen entwickelten Kriterien noch nicht.

Neben Konflikten und Wirtschaftskrisen wirkt sich auch der Klimawandel negativ auf die Ernährungssicherheit aus. Zunehmende Extremwetterereignisse (Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme) vernichten immer wieder ganze Ernten und Viehbestände – und damit ganze kleinbäuerliche Existenzen.

Mehr als 10 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion gehen vor dem Verkauf verloren.

Was müssen wir tun?

Studien zeigen: Alle Menschen können ernährt werden – schon heute. Die natürlichen Ressourcen und das Wissen dafür sind vorhanden.

Gebraucht werden mehr Investitionen – in Bildung, in eine nachhaltige Landwirtschaft, in Infrastruktur und in Wertschöpfung vor Ort.

Die Vereinten Nationen haben drei Maßnahmen zur Umsetzung von SDG 2 formuliert:

Extreme Schwankungen der Nahrungsmittelpreise begrenzen

Investitionen in ländliche Infrastruktur und Agrarforschung erhöhen

Handelsbeschränkungen und Verzerrungen auf den globalen Agrarmärkten korrigieren und alle Agrarexportsubventionen mit ähnlicher Wirkung abschaffen

Das deutsche Engagement für SDG 2

Die nachhaltige Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme ist einer der vier Schwerpunkte der deutschen Entwicklungspolitik. Das BMZ hat in den vergangenen Jahren jährlich rund zwei Milliarden Euro in die weltweite Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung investiert, 2022 waren es sogar rund 3,5 Milliarden Euro.

Auf die infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine drohende Ernährungskrise hat Deutschland frühzeitig reagiert: Bereits im März 2022 wurden zusätzliche 430 Millionen Euro zugesagt, um die am stärksten betroffenen Länder wirksam zu unterstützen.

Unter deutscher Präsidentschaft haben die G7-Staaten im Juni 2022 weitere Finanzhilfen angekündigt. Gemeinsam werden sie zusätzliche 4,5 Milliarden Dollar bereitstellen, um unter anderem das Bündnis für globale Ernährungssicherheit zu unterstützen. Deutschland sagte auf dem Gipfel einen Beitrag in Höhe von 450 Millionen Euro zu. Im November 2022 bewilligte der Bundestag weitere 495 Millionen Euro für entsprechende Maßnahmen des BMZ. Damit hat das Entwicklungsministerium 2022 knapp 1,4 Milliarden Euro zusätzlich in die globale Ernährungssicherheit investiert.

Ein zentrales Instrument des deutschen entwicklungspolitischen Engagements ist die BMZ-Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“. Sie wird in Partnerländern aktiv, die besonders von Hunger und Fehlernährung betroffen sind, und umfasst rund 300 Projekte. Der Schwerpunkt der Initiative liegt auf der Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Afrika.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-2

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SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
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SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Was wollen wir mit SDG 3 erreichen?

  • Die Sterblichkeit von Müttern und Kindern soll sinken.
  • Alle Menschen sollen vor übertragbaren Krankheiten (wie Aids oder Tuberkulose) und vor nicht übertragbaren Krankheiten (wie Krebs oder Diabetes) geschützt werden.
  • Alle Menschen sollen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten haben, ohne in finanzielle Nöte zu geraten. Dazu zählen auch Dienste der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, Medikamente und Impfstoffe.
  • Allen Mädchen und Frauen soll das Recht auf Selbstbestimmung in der Familienplanung zuteilwerden. Ihr Zugang zu Verhütungsmitteln soll gesichert sein.
  • Das Risiko für nationale und internationale Gesundheitskrisen soll gesenkt werden.

Zahlen und Fakten

75 %

aller weltweiten Todesfälle werden durch nicht übertragbare Krankheiten verursacht

4,9 Millionen

Kinder starben 2022 vor ihrem fünften Geburtstag, sehr viele von ihnen an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten

86 %

der Geburten weltweit werden von qualifiziertem Gesundheitspersonal unterstützt (Subsahara-Afrika: 73 %)

597.000

Menschen starben nach Schätzungen im Jahr 2023 an Malaria (2019: 567.000)

14 Millionen

Kinder erhielten 2022 keine Impfung gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten

1,3 Millionen

Menschen haben sich im Jahr 2023 mit HIV infiziert

Wo stehen wir?

Die Welt läuft Gefahr, SDG 3 zu verfehlen. Zwar wurden in der globalen Gesundheitsversorgung bedeutsame Fortschritte erzielt. Doch die Corona-Pandemie hat die Erreichung der Zielvorgaben stark behindert und andere anhaltende Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung.

Noch immer hat mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten. Die Müttersterblichkeitsrate liegt weiterhin beim gut Dreifachen der Zielvorgabe für 2030. Die Kindersterblichkeit war 2022 zwar niedriger denn je, doch die Fortschritte haben sich verlangsamt. Wird die Versorgung nicht rasch verbessert, werden bis 2030 35 Millionen Kinder ihren fünften Geburtstag nicht erleben.

Eine weitere Herausforderung stellt der Fachkräftemangel dar: Ein alterndes Gesundheitspersonal muss dem wachsenden Bedarf einer älter werdenden Bevölkerung gerecht werden.

Die Corona-Pandemie hat außerdem deutlich gemacht, dass die Widerstandsfähigkeit der öffentlichen Gesundheitssysteme erheblich erhöht werden muss, um künftigen Pandemien vorzubeugen beziehungsweise angemessen auf sie reagieren zu können.

Seit 1960 ist die Lebenserwartung, die ein neugeborenes Kind weltweit im Durchschnitt hat, von 51 auf 72 Jahre angestiegen (Deutschland: 81 Jahre). Aufgrund der Corona-Pandemie liegt sie damit allerdings wieder auf dem Stand von 2015.

Was müssen wir tun?

Um die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Menschen zu gewährleisten und die in SDG 3 festgelegten Ziele zu erreichen, empfehlen die Vereinten Nationen folgende Maßnahmen:

  • Nationale Gesundheitspolitik auf alle Gesellschaftsschichten ausrichten; bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle sicherstellen
  • Aufrechterhaltung und Ausweitung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen, unter anderem im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit
  • Erhöhung öffentlicher Mittel für Gesundheitsversorgung und Gesundheitsthemen sowie intensive globale und regionale Zusammenarbeit
  • Systeme zur Vorbeugung von Krankheiten stärken und einen gerechten Zugang zu Impfstoffen fördern
  • Verringerung von Umwelt- und Luftverschmutzungen
  • Verankerung des One-Health-Ansatzes: Prävention und interdisziplinäre Zusammenarbeit vor allem zwischen Human- und Veterinärmedizin sowie Umweltwissenschaften

Das deutsche Engagement für SDG 3

Die jährliche Unterstützung für den Gesundheitssektor wurde in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigert. Deutschland ist mit über einer Milliarde Euro einer der größten internationalen Geber.

Das BMZ konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Unterstützung von Niedrigeinkommensländern beim Ausbau und bei der Finanzierung solidarischer und krisenfester Gesundheitssysteme für einen gleichberechtigten Zugang zu (Basis-)Gesundheitsdienstleistungen
  • Aufbau lokaler Impfstoff- und Pharmaproduktion und -logistik
  • Verbesserung der Pandemievorsorge und -resilienz
  • Verankerung des One-Health-Ansatzes
  • Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte

Das BMZ unterstützt seine Partnerländer im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit, mit geografischem Schwerpunkt in Subsahara-Afrika. Auf multilateraler Ebene sind Partner unter anderem die Impfallianz Gavi, der Pandemic Fund und der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM). International setzt sich die Bundesregierung außerdem für eine politische und finanzielle Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-3

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SDG 4: Hochwertige Bildung
SDG 4: Hochwertige Bildung
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SDG 4: Hochwertige Bildung

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Was wollen wir mit SDG 4 erreichen?

  • Gleichberechtigter Bildungszugang für alle
  • Zugang zu frühkindlicher Bildung, die auf die Grundschule vorbereitet
  • Alle Mädchen und Jungen sollen eine kostenlose, gerechte und hochwertige Grund- und Sekundarbildung abschließen.
  • Zugang zu hochwertiger beruflicher Bildung und Hochschulbildung
  • Mehr Jugendliche und Erwachsene sollen über fachliche Fähigkeiten verfügen, die ihnen eine Beschäftigung, menschenwürdige Arbeit und Unternehmertum ermöglichen.
  • Alle Jugendlichen und ein großer Anteil der Erwachsenen sollen Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse erlangen.
  • Alle Lernenden sollen Fähigkeiten für die Förderung der nachhaltigen Entwicklung erwerben.

Zahlen und Fakten

251 Millionen

Kinder und Jugendliche gehen weltweit nicht zur Schule

39 %

der Frauen in den am wenigsten entwickelten Ländern sind Analphabetinnen (Männer: 26 %)

78 %

der Schülerinnen und Schüler erreichten 2023 den ersten Schulabschluss, der für eine berufliche Ausbildung qualifiziert

7 von 10

Kindern nehmen im Jahr vor ihrer Einschulung an einem Vorschulangebot teil

Mehr als 20 %

der Grundschulen weltweit haben keine getrennten Sanitäranlagen für Mädchen

15 %

der Lehrkräfte sind nicht nach den Mindeststandards ihres Landes qualifiziert

Wo stehen wir?

Die Umsetzung von SDG 4 ist seit 2015 nur langsam vorangekommen. Aktuell verzeichnet die Hälfte der Länder stagnierende oder sogar rückläufige Entwicklungen.

Zwar haben sich die Abschlussquoten in den vergangenen Jahren auf allen Schulniveaus verbessert. Und in vielen Weltregionen schließen inzwischen anteilig mehr Mädchen als Jungen die Grund- und Sekundarschule ab (Ausnahmen: Zentral- und Südasien sowie Afrika südlich der Sahara). Doch bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatten sich die Fortschritte in Bezug auf SDG 4 deutlich verlangsamt.

Jüngste Analysen zeigen in zahlreichen Ländern einen deutlichen Rückgang der Mathematik- und Lesekompetenz, was darauf hindeutet, dass sich neben den Folgen der Corona-Pandemie noch weitere Faktoren wie Krisen und Konflikte negativ auf die globale Bildung auswirken. In vielen Ländern fehlt es zudem an gut ausgebildeten Lehrkräften und einer angemessenen Bildungsinfrastruktur. Digitale Technologien haben zwar die Bildungsmöglichkeiten erweitert, aber auch die Ungleichheiten verstärkt. Vor allem einkommensschwache und gesellschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen haben weiterhin nur eingeschränkten Zugang zu Bildung.

Der SDG-Fortschrittsbericht 2024 der Vereinten Nationen weist außerdem darauf hin, dass große Datenlücken bei der Erfassung von Lernergebnissen die Bewertung globaler und regionaler Trends erheblich erschweren. Deutliche Defizite verzeichnet der Bericht zudem bei den Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel, die in Unterricht und Lehrkräfteausbildung nur unzureichend bearbeitet würden.

Nur die Hälfte der Grundschulen weltweit verfügt über eine Basisausstattung für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen.

Was müssen wir tun?

Bildung ist ein Menschenrecht und der Schlüssel für eine zukunftsfähige Entwicklung: Eine gut ausgebildete Bevölkerung ist Basis für die Bekämpfung von Armut und Ungleichheit, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und gesellschaftliche Entwicklung. Bildung wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, stärkt die Rolle der Frau und ermöglicht gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe.

Entsprechend könnten raschere Fortschritte bei SDG 4 die Verwirklichung der Agenda 2030 insgesamt beschleunigen. Dafür müssten die Staaten mehr Finanzmittel für Bildung, Lehrkräfteausbildung sowie inklusive und barrierefrei zugängliche Schulen bereitstellen. Außerdem müssten sie mehr moderne Technologien nutzen, um die digitale Spaltung zu überwinden.

Die Vereinten Nationen haben drei Maßnahmen zur Umsetzung von SDG 4 formuliert:

  • Eine Schulinfrastruktur aufbauen, die sichere, gewaltfreie, inklusive und effektive Lernumgebungen bietet
  • Das Angebot an Stipendien für Hochschulbildung, berufliche Bildung und Programme der Informations- und Kommunikationstechnologie, Technik, des Ingenieurwesens und der Naturwissenschaften ausbauen
  • Das Angebot qualifizierter Lehrkräfte durch Lehrkräfteförderung erhöhen

Das deutsche Engagement für SDG 4

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) fördert kostenlose, hochwertige und inklusive Angebote entlang der gesamten Bildungskette – von frühkindlicher Bildung über Grund- und Sekundarbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung und praxisorientierte Hochschulbildung bis zur Erwachsenenbildung. Es unterstützt sowohl die formale Bildung in staatlichen Einrichtungen als auch außerschulische Bildungsangebote und das informelle lebenslange Lernen im Alltag.

Die Grundbildung unterstützt das BMZ vor allem multilateral über den Fonds Global Partnership for Education. Dieser fördert den Aufbau starker und resilienter Bildungssysteme in Ländern, die von extremer Armut oder Konflikten geprägt sind. Das BMZ hat sich außerdem für die Einrichtung eines speziellen Fördermechanismus für Mädchenbildung eingesetzt (Girls‘ Education Accelerator).

Ein besonderes Anliegen des BMZ ist es, dass Kinder auch in Konfliktregionen, langanhaltenden Krisen und auf der Flucht Zugang zu Bildung erhalten. So ist das BMZ der größte Geber des Fonds Education Cannot Wait, der an der Schnittstelle zwischen humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung wirkt.

Die berufliche Bildung ist ein zentraler Baustein der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Bilaterale und regionale Vorhaben unterstützen den Auf- und Ausbau praxis- und arbeitsmarktorientierter Berufsbildung in nahezu allen Partnerländern. In Programmen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Alexander von Humboldt-Stiftung erarbeiten Hochschulen und Forschende aus Partnerländern Lösungen für globale Zukunftsfragen.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-4

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SDG 5: Geschlechtergleichheit
SDG 5: Geschlechtergleichheit
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SDG 5: Geschlechtergleichheit

Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

Was wollen wir mit SDG 5 erreichen?

  • Bis 2030 sollen alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beendet werden.
  • Alle Formen von Gewalt gegen und die Ausbeutung von Frauen und Mädchen sollen abgeschafft werden.
  • Kinderheirat, Früh- und Zwangsverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung sollen beseitigt werden.
  • Unbezahlte Pflege- und Hausarbeit soll anerkannt werden.
  • Frauen sollen gleichberechtigt am politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben teilhaben können.
  • Frauen und Mädchen sollen ungehinderten Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und entsprechenden Rechten haben.
  • Frauen und Mädchen sollen die gleichen Rechte auf und Zugang zu Land, Eigentum und finanziellen Dienstleistungen erhalten.
  • Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien soll gefördert werden, um Frauen in ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen.
  • Politische Vorgaben und Rechtsvorschriften sollen verabschiedet werden, die die Gleichberechtigung der Geschlechter fördern.

Zahlen und Fakten

Mehr als 230 Millionen

Mädchen und Frauen sind von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen

1 von 5

jungen Frauen wird vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet

176 Jahre

wird es bei derzeitigem Tempo dauern, bis Frauen in Macht- und Führungspositionen am Arbeitsplatz gleichberechtigt vertreten sind

56 von 120

ausgewerteten Ländern beschlossen zwischen 2019 und 2023 Reformen, durch die frauendiskriminierende Rechtsvorschriften beseitigt wurden

77 Cent

verdienen Frauen im Durchschnitt für jeden US-Dollar, der an Männer gezahlt wird

14 %

der Landbesitzenden sind Frauen – obwohl zum Beispiel in Südasien 71 Prozent der erwerbstätigen Frauen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft arbeiten

Wo stehen wir?

Die Weltgemeinschaft ist noch weit davon entfernt, die Gleichstellung der Geschlechter bis 2030 zu erreichen. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am öffentlichen Leben ist noch immer nicht verwirklicht. In Führungs- und Entscheidungspositionen sind sie weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Dagegen leisten sie einen deutlich größeren Anteil der unbezahlten Haus-, Pflege- und Betreuungsarbeit – sie verbringen damit täglich zweieinhalb Mal so viel Zeit wie Männer.

Zu viele Mädchen und Frauen können ihr Selbstbestimmungsrecht über ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit nicht ausüben. Schädliche Praktiken wie die weibliche Genitalverstümmelung und Kinderheiraten nehmen zwar ab, jedoch nicht so rasch, wie die Bevölkerung wächst. Gewalt gegen Frauen hält an; Frauen mit Behinderungen sind übermäßig betroffen.

SDG 5 gehört außerdem zu den Entwicklungszielen, bei denen die Datenlage besonders dünn ist: Für den Fortschrittsbericht 2024 lagen nur für etwa 20 Prozent der Länder verlässliche Vergleichsdaten für den Zeitraum seit 2015 vor. Für vier der neun Zielvorgaben konnten die Fortschritte aufgrund fehlender Daten nicht dargestellt werden.

Es braucht einen starken und dauerhaften politischen Willen, umfassende Reformen und deutlich mehr Investitionen auf nationaler, regionaler und globaler Ebene, um diskriminierende soziale Normen und Rechtsvorschriften zu beseitigen und SDG 5 zu verwirklichen.

Wie groß ist der Anteil der angestellten Frauen, die während ihres Lebens mindestens einmal von körperlicher oder sexualisierter Gewalt betroffen waren?

Was müssen wir tun?

Gleichberechtigung der Geschlechter und nachhaltige Entwicklung gehen Hand in Hand. Daher setzen wir uns für und gemeinsam mit Frauen und Mädchen in all ihrer Diversität für Folgendes ein:

  • Wirtschaftliche Stärkung sowie Zugang zu und Besitz von produktiven Ressourcen wie Land
  • Ein Leben frei von sozialer, physischer, psychischer und struktureller Gewalt
  • Zugang zu Familienplanung und Bildung, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können
  • Schutz in bewaffneten Konflikten und aktive Einbindung in Friedensprozesse
  • Verringerung der digitalen Kluft zwischen den Geschlechtern
  • Gleichberechtigte Teilhabe an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen im Zusammenhang mit dem Klimawandel

Das deutsche Engagement für SDG 5

Deutschland hat sich im Rahmen verschiedener internationaler Abkommen dazu verpflichtet, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und den Rechten von Frauen und Mädchen in all ihrer Diversität zur Durchsetzung zu verhelfen.

Seit 2023 hat das BMZ eine Strategie für eine feministische Entwicklungspolitik. Ziel ist, Frauen die gleichen Rechte und den gleichen Zugang zu Ressourcen zu garantieren wie Männern und darauf hinzuwirken, dass Frauen in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen gleichberechtigt vertreten sind. Bis 2025 sollen über 90 Prozent der neu zugesagten Projektmittel des Entwicklungsministeriums in Vorhaben fließen, die die Gleichstellung voranbringen.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-5

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SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
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SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Was wollen wir mit SDG 6 erreichen?

  • Alle Menschen sollen einen Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser haben.
  • Alle Menschen sollen Zugang zu einer angemessenen und gerechten Sanitärversorgung sowie Hygiene erhalten.
  • Die Wasserqualität soll durch Wiederaufbereitung und gefahrlose Wiederverwendung weltweit verbessert werden.
  • Die Effizienz der Wassernutzung soll in allen Sektoren wesentlich gesteigert werden.
  • Auf allen Ebenen soll eine integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen umgesetzt werden.
  • Wasserverbundene Ökosysteme sollen geschützt und wiederhergestellt werden.

Zahlen und Fakten

2,2 Milliarden

Menschen hatten 2022 keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser

3,5 Milliarden

Menschen hatten 2022 keinen Zugang zu einer angemessenen Sanitärversorgung

Mehr als 400 Millionen

Menschen müssen ihre Notdurft im Freien verrichten

58 %

des Abwassers aus Haushalten wurden 2022 nach Schätzungen wiederaufbereitet

1/4

der Länder litten 2022 unter „extrem hohem“ Wasserstress

43 von 153

Ländern, die grenzüberschreitende Flüsse, Seen oder Grundwasserleiter teilen, haben umfassende Vereinbarungen über deren Nutzung geschlossen

Wo stehen wir?

Zwar ist der Anteil der Bevölkerung mit einer sicher verwalteten Trinkwasser- und Sanitärversorgung in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch das Fortschrittstempo reicht noch nicht aus. Setzt sich der aktuelle Trend fort, werden 2030 immer noch zwei Milliarden Menschen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, drei Milliarden Menschen ohne eine angemessene Sanitärversorgung leben und 1,4 Milliarden Menschen ohne eine einfache Hygieneversorgung (dazu zählt zum Beispiel die Möglichkeit, sich mit Seife die Hände zu waschen).

2022 litt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zumindest für einen Teil des Jahres unter schwerer Wasserknappheit, ein Viertel unter „extrem hohem“ Wasserstress. Betroffen sind vor allem Nordafrika sowie West-, Süd- und Zentralasien. Der Klimawandel verschärft die damit verbundenen Probleme und stellt nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein erhebliches Risiko für die soziale Stabilität dieser Regionen dar.

Als alarmierend bezeichnen die Vereinten Nationen den Mangel an Hochwasser- und Dürrefrühwarnsystemen sowie an gemeinsamen Strategien zur Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel bei grenzüberschreitenden Gewässern.

Zu den Herausforderungen bei SDG 6 gehört auch die schlechte Datenlage. So gibt es große Lücken in der Überwachung von Industrieabwässern und der Berichterstattung zu ihrer Wiederaufbereitung. Laut Daten von 2023 aus 120 Ländern wies nur etwa die Hälfte der rund 91.000 erfassten Gewässer eine gute Qualität auf.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein anerkanntes Menschenrecht. Jedem Kind, jeder Frau und jedem Mann muss stets bezahlbares Wasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stehen.

Was müssen wir tun?

Eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besteht darin, das Wasserangebot auf Dauer zu sichern und einer wachsenden Weltbevölkerung so viel sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen, wie sie für ihre Grundversorgung und soziale sowie wirtschaftliche Entwicklung benötigt.

Will die Weltgemeinschaft SDG 6 noch erreichen, müsste sie das Fortschrittstempo bei der Trinkwasserversorgung versechsfachen, bei der Sanitärversorgung verfünffachen und bei der einfachen Hygieneversorgung verdreifachen.

Um Klimawandel, Wasserknappheit und andere Krisen zu bewältigen, braucht es einen umfassenden, sektor- und grenzüberschreitenden Ansatz für die nachhaltige und effiziente Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Länder, die ihre Wasserressourcen in der Klimaplanung und -finanzierung systematisch berücksichtigen, sind resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Deutlich verstärkt werden muss auch die Zusammenarbeit der Länder, die sich grenzüberschreitende Gewässer teilen. Die afrikanischen Staaten südlich der Sahara haben hier bemerkenswerte Fortschritte erzielt: 16 Länder haben dort Vereinbarungen geschlossen, die mittlerweile 90 Prozent der grenzüberschreitenden Wassereinzugsgebiete abdecken.

Das deutsche Engagement für SDG 6

Ziel der Arbeit des BMZ ist es, den Zugang zu einer sicheren und bezahlbaren Trinkwasser- und Sanitärversorgung in den Kooperationsländern zu verbessern und dazu beizutragen, dass Wasserressourcen nachhaltig bewirtschaftet werden.

Im Wassersektor kommt das gesamte Instrumentenset der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zum Einsatz. Dies umfasst sowohl bilaterale Programme der technischen und finanziellen Zusammenarbeit als auch Sonderinitiativen und Maßnahmen der Übergangshilfe und die Zusammenarbeit mit multilateralen Organisationen, privaten Trägern und Nichtregierungsorganisationen.

Um die Wirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Wasser zu erhöhen, nimmt das BMZ gezielt Querbezüge und Schnittstellen zu anderen Themen in den Blick. Das gilt insbesondere für die SDGs zu den Themen:

  • Bildung, Gesundheit und Ernährungssicherung
  • Landwirtschaft und Energie
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Beschäftigungsförderung und berufliche Bildung
  • Umwelt und Klimawandel
  • Good Governance und Stadtentwicklung sowie Flucht und Migration

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-6

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SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
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SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Was wollen wir mit SDG 7 erreichen?

  • Alle Menschen sollen Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher und moderner Energie haben.
  • Der Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix soll deutlich erhöht werden.
  • Die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz soll verdoppelt werden.
  • Die internationale Zusammenarbeit soll verstärkt werden, um den Zugang zu Forschung und Technik im Bereich erneuerbare Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe zu erleichtern und Investitionen in saubere Energie zu fördern.
  • Die Infrastruktur soll ausgebaut und modernisiert werden, um in Entwicklungsländern moderne und nachhaltige Energiedienstleistungen für alle bereitzustellen.

Zahlen und Fakten

7 Tonnen

CO₂-Ausstoß verursacht jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich pro Jahr (2023)

2,1 Milliarden

Menschen nutzen umwelt- und gesundheitsschädliche Kochsysteme

18,7 %

Anteil der erneuerbaren Energien am weltweiten Energieendverbrauch (2021)

0,7 Tonnen

CO₂-Ausstoß verursacht jeder Mensch in Afrika südlich der Sahara durchschnittlich pro Jahr (2023)

685 Millionen

Menschen weltweit hatten 2022 noch keinen Stromanschluss

293 Watt

Stromleistung pro Kopf an erneuerbaren Energien waren 2022 in Entwicklungsländern installiert (2015: 155 Watt)

Wo stehen wir?

Zwar hat sich die Versorgungslage in vielen Teilen der Welt verbessert. Doch insgesamt ist die Zahl der Menschen ohne Stromzugang aufgrund des Bevölkerungswachstums 2022 sogar erstmals seit zehn Jahren wieder gestiegen. Die Corona-Pandemie und der russische Angriff auf die Ukraine wirkten sich negativ auf die weltweiten Energiemärkte aus und sorgten für stark steigende Preise, insbesondere für Erdgas.

Ohne schnellere Fortschritte werden bis 2030 immer noch rund 660 Millionen Menschen keinen Zugang zu Strom haben. Etwa 1,8 Milliarden Menschen werden beim Kochen weiterhin auf umwelt- und gesundheitsschädliche Technologien und Brennstoffe wie Holz, Holzkohle, Dung und Ernteabfälle angewiesen sein. Betroffen davon sind insbesondere Frauen und Kinder, die in vielen Ländern für die Beschaffung von Brennstoffen und das Kochen verantwortlich sind. Die meisten Haushalte ohne Stromversorgung und ohne saubere Kochmöglichkeiten befinden sich in ländlichen Gebieten in Subsahara-Afrika.

Zugleich werden in den Entwicklungsländern deutlich weniger Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien installiert als in den Industriestaaten. Die internationale Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern betrug 2022 15,4 Milliarden US-Dollar. Das ist zwar ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2021, liegt jedoch noch weit unter dem 2016 erreichten Spitzenwert von 28,5 Milliarden US-Dollar.

Weltweit hat der Stromsektor eine führende Rolle beim Umstieg auf Wind- und Solarenergie übernommen. Bei der Wärmeproduktion und im Verkehr, die vier Fünftel der gesamten Energie verbrauchen, verläuft die Umstellung auf erneuerbare Energien dagegen weiterhin nur schleppend.

Das Potenzial der erneuerbaren Energien ist riesig. Rein rechnerisch liefern Sonne, Wind, Wasser, Erde und Biomasse tausendfach mehr Energie, als die Weltbevölkerung benötigt.

Was müssen wir tun?

Um bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sauberer Energie zu verwirklichen, sind wirkungsvolle politische Maßnahmen und günstige gesetzliche Rahmenbedingungen nötig, um:

  • den Ausbau von Stromnetzen und -speichern zu beschleunigen
  • die Energieeffizienz zu steigern, etwa durch stromsparende Anlagen und Verfahren
  • die Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz deutlich zu erhöhen
  • innovative Lösungen, etwa die Nutzung von „grünem“ Wasserstoff, zu fördern

Länder mit heute schon hohem und künftig noch steigendem Energieverbrauch wie China und Indien müssen in den Strukturwandel einbezogen werden.

Die Digitalisierung bietet dabei großes Potenzial: Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützen den Wandel im Energiesektor sowohl in der netzgebundenen als auch in der dezentralen Versorgung. Innovative Technologien und Geschäftsmodelle (zum Beispiel Blockchain, virtuelle Kraftwerke, Smart Grids, Elektromobilität, Batteriespeicher, Power-to-X) sowie verbrauchs- und zeitabhängige Stromtarife müssen weltweit gefördert und ausgebaut werden.

Das deutsche Engagement für SDG 7

Die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) hat bis Ende 2023 weltweit 31,6 Millionen Menschen, fast 103.000 kleinen und mittleren Unternehmen und knapp 34.000 sozialen Einrichtungen wie Schulen und Gesundheitszentren den Zugang zu Strom oder moderner Kochenergie ermöglicht.

Globale Energiewende (GET.pro) unterstützt die Energiewende in Afrika und schafft ein attraktives Investitionsklima für Erneuerbare. Damit werden Investitionen in Milliardenhöhe mobilisiert und bis zu 20 Millionen Menschen erhalten Zugang zu nachhaltiger Energie.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-7

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SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
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SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Was wollen wir mit SDG 8 erreichen?

  • Die Wirtschaft in weniger entwickelten Ländern soll um mindestens sieben Prozent jährlich wachsen.
  • Ein höheres Maß an wirtschaftlicher Produktivität und den stärkeren Einbezug von Frauen in das Wirtschaftssystem erreichen.
  • Verbesserter Zugang zu bedarfsgerechten Finanzdienstleistungen für kleine und mittlere und insbesondere frauengeführte Unternehmen.
  • Inländische Finanzinstitutionen stärken, den Zugang zu Bank- und Versicherungsleistungen erweitern.
  • Wirtschaftsleistung und Wohlstand vom Ressourcenverbrauch entkoppeln.
  • Menschenwürdige Arbeit und Vollbeschäftigung für alle erreichen.
  • Abschaffung von Zwangsarbeit und Menschenhandel.
  • Kinderarbeit bis 2025 beenden.
  • Förderung von nachhaltigem Tourismus.

Zahlen und Fakten

5 %

weltweite Arbeitslosenquote (2024)

Rund 28 Millionen

Menschen verrichteten 2022 Zwangsarbeit

240 Millionen

Beschäftigte lebten 2024 laut Schätzungen trotz Arbeit in extremer Armut

402 Millionen

Arbeitsplätze fehlten weltweit im Jahr 2024

46 %

aller Frauen waren 2023 in Beschäftigung, dagegen 70 % aller Männer

Mehr als 2 Milliarden

Beschäftigte sind informell tätig und daher meist nicht sozialversichert

Wo stehen wir?

Die Verwirklichung von SDG 8 stellt die Weltgemeinschaft vor große Herausforderungen. Die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, steigende Lebenshaltungskosten, Spannungen im globalen Handelssystem und die zunehmende Verschuldung der Entwicklungsländer können das Wirtschaftswachstum erheblich beeinträchtigen.

In den am wenigsten entwickelten Ländern hat sich die Wirtschaft zwar weitgehend vom Corona-Schock erholt. Doch das 2023 verzeichnete Wachstum von 3,4 Prozent lag noch weit unter der Zielmarke von sieben Prozent.

Die globale Arbeitslosigkeit erreichte 2023 mit fünf Prozent einen historischen Tiefstand. Frauen und Jugendliche liegen jedoch weiter deutlich zurück. Die Jugendarbeitslosigkeit war weltweit mit 13 Prozent mehr als dreimal so hoch wie bei Erwachsenen (3,7 Prozent).

Auch das Ziel der menschenwürdigen Arbeit für alle ist bei Weitem noch nicht erreicht. Viele Staaten schränkten die Gründung von Gewerkschaften und das Recht auf Kollektivverhandlungen ein. Die informelle Beschäftigung ist kaum zurückgegangen: 58 Prozent der weltweiten Erwerbsbevölkerung gingen 2023 einer informellen Beschäftigung ohne soziale Absicherung nach – nahezu der gleiche Wert wie 2015. In den am wenigsten entwickelten Ländern betrug der Wert etwa 89 Prozent, bei den Frauen sogar mehr als 90 Prozent.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mussten 2020 rund 160 Millionen Mädchen und Jungen Kinderarbeit leisten, die Hälfte von ihnen unter gefährlichen und oft gesundheitsschädlichen Bedingungen.

Was müssen wir tun?

  • Privates Unternehmertum und Innovation fördern, Geschäftsklima verbessern
  • Private und öffentliche Investitionen in die „grüne“ Wirtschaft mobilisieren, um einen sozial-ökologischen Strukturwandel zu beschleunigen
  • Zugang zu Finanzdienstleistungen für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen schaffen, mit besonderem Fokus auf Unternehmerinnen
  • Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppeln, beispielsweise durch Verbesserung der Ressourceneffizienz in Produktion und Konsum
  • Menschenrechte und Sozial- und Umweltstandards in globalen Lieferketten stärken, beispielsweise durch die Umsetzung des deutschen Lieferkettengesetzes
  • Ursachen von Kinderarbeit bekämpfen, beispielsweise durch die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft und die Stärkung der Bildungssysteme
  • Chancen der digitalen und ökologischen Transformation nutzen, um menschenwürdige Arbeit zu fördern
  • Flüchtlinge und Binnenvertriebene als besonders vulnerable Gruppen besser in den Arbeitsmarkt integrieren

Das deutsche Engagement für SDG 8

Deutschland unterstützt seine Partnerländer beim Aufbau sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsprozesse. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, die es der privaten Wirtschaft ermöglichen sollen, eine leistungsstarke und verantwortungsvolle Rolle zu übernehmen. Im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften arbeitet das BMZ intensiv mit der Wirtschaft zusammen (develoPPP) und unterstützt Partnerländer, sich erfolgreicher in das Weltwirtschaftssystem zu integrieren (Aid for Trade).

Über die Entwicklungsorganisation sequa wird der Aufbau von Berufs- und Qualifizierungseinrichtungen sowie die laufende Aus- und Weiterbildung von Fachkräften gefördert.

Zudem schafft die Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ zusammen mit Unternehmen neue Arbeitsplätze in Afrika.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-8

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SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
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SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Was wollen wir mit SDG 9 erreichen?

  • Aufbau einer hochwertigen, nachhaltigen und widerstandsfähigen Infrastruktur
  • Förderung einer inklusiven und nachhaltigen Industrialisierung
  • Zugang kleiner Industrie- und anderer Unternehmen zu Finanzdienstleistungen verbessern und ihre Einbindung in Wertschöpfungsketten und Märkte erhöhen
  • Infrastruktur modernisieren und Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen
  • Eine Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes in Entwicklungsländern fördern, die sozialverträglich sowie ökologisch und wirtschaftlich tragfähig ist
  • Forschung verbessern und technologische Kapazitäten der Industriesektoren in allen Ländern ausbauen
  • Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien erweitern und Innovation unterstützen

Zahlen und Fakten

1 %

Anteil der am wenigsten entwickelten Länder an den weltweiten Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen (2023)

53 %

der Beschäftigten in den am wenigsten entwickelten Ländern arbeiten in der Landwirtschaft

5,5 Milliarden

Menschen nutzten 2024 das Internet, 2,6 Milliarden Menschen waren offline

14 %

aller Beschäftigten weltweit waren 2022 im verarbeitenden Gewerbe tätig

17 %

der Kleinunternehmen in Afrika südlich der Sahara erhielten im Zeitraum 2006 bis 2023 Darlehen oder Kredite (weltweit: 31 %)

37,4 Milliarden Tonnen

CO₂ wurden 2023 durch Energieerzeugung und industrielle Prozesse freigesetzt

Wo stehen wir?

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Industrialisierung, technologische Innovation und eine widerstandsfähige Infrastruktur für die Verwirklichung der SDGs sind. Volkswirtschaften mit starker Industrie und leistungsfähiger Infrastruktur erlitten weniger Schäden und erholten sich schneller. Als besonders widerstandsfähig erwiesen sich Industrien mit höherem Technisierungsgrad.

Das Wachstum der verarbeitenden Industrie stagniert seit 2022 bei etwa 2,7 Prozent. Zu den Ursachen zählen die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie, geopolitische Spannungen, die Inflation sowie logistische Herausforderungen. Ihr Anteil an der Beschäftigung ist in den meisten Weltregionen zuletzt gesunken und liegt derzeit bei etwa 14 Prozent.

Kleinunternehmen bilden in vielen Ländern das Rückgrat der Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze und tragen zum Abbau des wirtschaftlichen und sozialen Gefälles bei. Doch sie haben weiterhin mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen: steigende Betriebskosten für Energie und Transport, hohe Zinsen und vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen eingeschränkter Zugang zu Krediten.

Für 92 Prozent der Weltbevölkerung ist mobiles Internet mit mindestens 4G-Standard verfügbar. 51 Prozent der Menschen befinden sich in Reichweite eines Mobilfunknetzes mit 5G-Standard.

Was müssen wir tun?

  • Ausbau und Modernisierung von nachhaltiger Infrastruktur, insbesondere im Energie- und Verkehrssektor
  • Förderung der Energiewende und Verbesserung der Energieeffizienz der Privatwirtschaft
  • Unterstützung bei der Formulierung und Umsetzung lokaler Industriepolitik und entsprechender Reformen
  • Förderung der Industrialisierung über das verarbeitende Gewerbe hinaus
  • Förderung nachhaltiger Investitionen der Privatwirtschaft
  • Höhere Investitionen in die Agrarforschung und Förderung von Innovationen in der Landwirtschaft und der Ernährungsbranche
  • Aufbau von lokalen, bedarfsgerechten Finanzsystemen gerade für kleine und mittlere Unternehmen
  • Ausbau und Regulierung digitaler Infrastruktur sowie Ausbau der Digitalisierung von Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Verwaltung und Bildung
  • Innovationskraft durch Hochschul- und Wissenschaftskooperationen steigern

Das deutsche Engagement für SDG 9

Gemeinsam mit Partnern fördert Deutschland den Auf- und Ausbau einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Infrastruktur in Ländern des Globalen Südens. So haben die G7-Staaten auf ihrem Gipfel 2022 unter deutschem Vorsitz die Partnerschaft für Globale Infrastruktur und Investitionen (PGII) ins Leben gerufen, um die große Investitionslücke bei nachhaltiger Infrastruktur in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen zu verringern.

Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten tragen mit ihrer Strategie „Global Gateway“ zu PGII bei: Bis 2027 sollen bis zu 300 Milliarden Euro für private und öffentliche Investitionen mobilisiert werden, um vor allem im Globalen Süden den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben.

In der bilateralen Zusammenarbeit unterstützt das BMZ insbesondere die Verbesserung der ländlichen Infrastruktur für eine bessere Energieversorgung und den Anschluss an Wissensnetzwerke und Absatzmärkte. Es werden Wirtschaftsbereiche gestärkt, die hohe Wachstums-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale bieten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf jungen, dynamischen Unternehmen.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-9

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SDG 10: Weniger Ungleichheiten
SDG 10: Weniger Ungleichheiten
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SDG 10: Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Was wollen wir mit SDG 10 erreichen?

  • Das Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung soll bis 2030 stärker anwachsen als der jeweils nationale Durchschnitt.
  • Alle Menschen sollen – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Herkunft oder sozialem und wirtschaftlichem Status – gleiche Möglichkeiten haben.
  • Abschaffung diskriminierender Gesetze und Politikmaßnahmen
  • Ungleichheiten noch wirksamer verringern durch eine armutsorientierte Sozial-, Haushalts-, Steuer- und Lohnpolitik
  • Mehr Mitsprache von Entwicklungsländern in internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen
  • Geordnete, sichere, verantwortungsvolle und reguläre Migration und Mobilität

Zahlen und Fakten

76 %

des weltweiten Vermögens sind im Besitz der reichsten 10 % der Weltbevölkerung

Mehr als 123 Millionen

Menschen waren Ende 2024 weltweit auf der Flucht

Mehr als 8.100

flucht- oder migrationsbedingte Todesfälle wurden 2023 registriert – mehr als je zuvor

2 %

des weltweiten Vermögens sind im Besitz der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung

8 Länder

haben SDG 10 bislang erreicht; der Großteil der Staaten steht noch vor erheblichen Herausforderungen

12,36 US-Dollar

mussten Migrantinnen und Migranten im Schnitt 2023 zahlen, um 200 US-Dollar in ihr Herkunftsland zu überweisen

Wo stehen wir?

In Bezug auf SDG 10 ist die Weltgemeinschaft nur bei etwa zehn Prozent der Zielvorgaben auf einem guten Weg. Bei mehr als 75 Prozent der gesetzten Ziele sind entweder keine oder zu wenig Fortschritte, bei mehr als 20 Prozent sogar rückläufige Entwicklungen zu verzeichnen. Um SDG 10 zu verwirklichen, braucht es verstärkte Anstrengungen, um Diskriminierung zu beenden und die Ursachen für Lohnunterschiede und den ungleichen Zugang zu Ressourcen zu bekämpfen.

Seit 2000 konnten zwei Drittel der Länder den Anteil ihrer Bevölkerung senken, der von weniger als der Hälfte des mittleren Einkommens lebt. Weltweit lag dieser Anteil zuletzt bei 12,1 Prozent. Die höchste Einkommensungleichheit herrscht in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik.

Die Löhne der Beschäftigten sind nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Produktivität. Die Lohnquote setzt ihre langjährige Talfahrt fort. Das trifft vor allem ärmere und benachteiligte Beschäftigte, die von ihren Arbeitseinkünften abhängig sind. Wohlhabende Menschen haben dagegen von steigenden Kapitalerträgen auf Vermögen profitiert, was die Ungleichheit innerhalb der Gesellschaften verschärft.

Jedes dritte der 75 verwundbarsten Länder ist heute ärmer als vor der Corona-Pandemie. Die Hälfte der sogenannten IDA-Länder ist überschuldet oder überschuldungsgefährdet. Auch der Klimawandel und gewaltsame Konflikte sind wichtige Treiber von Ungleichheit. Die Zahl der Menschen, die vor Verfolgung, Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder Katastrophen fliehen mussten, ist auf einen Rekordwert gestiegen: Ende 2024 war einer von 67 Menschen weltweit auf der Flucht.

48 Prozent der Weltbevölkerung verfügen über keinerlei soziale Absicherung.

Was müssen wir tun?

Eine hohe Ungleichheit hemmt die Entwicklungschancen und die Verwirklichung der Menschenrechte. Sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Funktionsfähigkeit von Demokratien und kann so zu sozialen Unruhen, politischer Instabilität und gewaltsamen Konflikten führen. Die Reduzierung von Ungleichheit stellt daher eine der zentralen Zukunftsaufgaben der Menschheit dar.

Verschiedene Studien zeigen: Wirtschaftswachstum allein führt nicht zwangsläufig zu weniger Ungleichheit. Entscheidend ist, dass Wachstum inklusiv gestaltet wird und große Ungleichheiten durch eine angepasste Steuer- und Haushaltspolitik ausgeglichen werden.

Staatliche Einnahmen sollten dafür genutzt werden, allen Menschen Zugang zu Basisdienstleistungen wie Bildung und Gesundheit sowie zu sozialen Sicherungssystemen zu ermöglichen. Korruption, Steuervermeidung und die politische und soziale Ausgrenzung von benachteiligten Personen und Gruppen müssen konsequent bekämpft werden.

Um die Ungleichheit zwischen den Staaten zu beseitigen, braucht es eine gerechte Ressourcenverteilung, Investitionen in schulische und berufliche Bildung sowie eine internationale Zusammenarbeit für den Aufbau fairer Handels- und Finanzsysteme. Dazu muss die Mitwirkung der Entwicklungsländer an internationalen wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen gestärkt werden.

Das deutsche Engagement für SDG 10

Das BMZ unterstützt Partnerländer dabei, ihre öffentlichen Finanzsysteme transparent und fair auszugestalten, menschenwürdige Beschäftigung zu fördern, einen gerechten Zugang zu Bildung, Gesundheit, Wasser und Nahrung zu gewährleisten, soziale Sicherungssysteme auf- und auszubauen und die politische Teilhabe aller Menschen sicherzustellen.

Ein weiterer Fokus liegt darauf, in Armut lebende Menschen gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen und Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sozialverträglich zu gestalten.

Außerdem stärkt das BMZ die Potenziale regulärer Migration für die Entwicklung in den Partnerländern.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-10

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SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
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SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Was wollen wir mit SDG 11 erreichen?

  • Alle Menschen sollen Zugang zu angemessenem Wohnraum und einer Grundversorgung haben.
  • Alle Menschen sollen Zugang zu sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Verkehrssystemen haben.
  • Eine inklusive und nachhaltige Stadtplanung soll gestärkt werden.
  • Das Weltkultur- und Naturerbe soll besser geschützt werden.
  • Die Zahl der Menschen, die von Katastrophen betroffen sind, soll reduziert werden.
  • Die von Städten ausgehende Umweltbelastung soll mit besonderem Fokus auf Luftqualität und Abfallbehandlung gesenkt werden.
  • Der allgemeine Zugang zu sicheren Grünflächen und öffentlichen Räumen soll gewährleistet werden.

Zahlen und Fakten

7 von 10

Menschen werden 2050 laut Schätzungen in Städten leben

Mehr als 1,1 Milliarden

Menschen lebten 2022 in Slums oder informellen Siedlungen

Etwa 80 %

der Treibhausgase werden in Städten ausgestoßen

Rund 70 %

der weltweiten Abfälle werden in Städten erzeugt

63 %

der Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern haben keinen leichten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln

25 %

der Weltbevölkerung leben in Städten mit mehr als einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern

Wo stehen wir?

Während 1950 nur 30 Prozent aller Menschen in Städten lebten, waren es im Jahr 2023 schon 57 Prozent. Der dynamische Wandel zu einer zunehmend urbanisierten Welt verläuft mit regionalen Unterschieden. Während in der Europäischen Union 75 Prozent und in Lateinamerika und Nordamerika mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Städten leben, sind Südasien (36 Prozent) und Subsahara-Afrika (43 Prozent) noch stärker ländlich geprägt.

Besonders in Afrika wird sich die städtische Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten nahezu verdreifachen. Zwei Drittel der bis 2050 benötigten Infrastruktur sind dort heute noch gar nicht gebaut. Das Wachstum der Städte geht häufig mit ungeplanter und unkontrollierter Zersiedelung einher: Statt sich innerhalb ihrer Grenzen zu verdichten, dehnen sich die Städte immer weiter in zuvor unbebaute Gebiete aus – mit negativen Folgen für die Umwelt.

Derzeit ist die Weltgemeinschaft weit davon entfernt, das Ziel nachhaltiger Städte zu erreichen. In vielen Entwicklungsländern wächst die Slumbevölkerung – das Ziel einer angemessenen Wohnversorgung für alle bis 2030 ist stark gefährdet. Um SDG 11 zu erreichen, braucht es mehr Fachpersonal und Geld für die Stadtplanung, einen Ausbau kritischer Infrastruktur, eine bessere Abfallbewirtschaftung und effiziente Verkehrssysteme.

Die Luftverschmutzung hat zwar in den meisten Regionen abgenommen, liegt aber weiter deutlich über den Empfehlungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit.

Die Zahl der in Slums oder slumähnlichen Verhältnissen lebenden Menschen wird nach Schätzungen in den nächsten 30 Jahren auf rund drei Milliarden steigen.

Was müssen wir tun?

Die Erreichung der SDGs kann nur mit den Städten gelingen: 65 Prozent der SDG-Unterziele hängen von Maßnahmen lokaler Regierungen ab. Ganz besonders gilt das für die Umsetzung der Klimaziele und die Minderung von Emissionen.

Aus deutscher Sicht sind dabei drei Kernaufgaben von besonderer Bedeutung:

  • Städte als Entwicklungsakteure anerkennen und befähigen
  • Lebenswerte Städte für alle Menschen schaffen
  • Integrierte Stadtentwicklung verwirklichen

Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt: Lokale Regierungen sichern auch in Krisenzeiten die Versorgung mit wesentlichen Dienstleistungen. Städte müssen daher widerstandsfähiger gegenüber Krisen werden und sich zudem an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. Dafür werden Investitionen – zum Beispiel in grüne städtische Infrastruktur –, Bildungsangebote sowie Beschäftigungsperspektiven benötigt.

Das deutsche Engagement für SDG 11

Das BMZ fördert eine nachhaltige Stadtentwicklung derzeit mit mehr als 22 Milliarden Euro (finanzielle und technische Zusammenarbeit). Damit wird ein Beitrag zu lebenswerten Städten geleistet, die das Klima schützen, resilient und nachhaltig sind. Den Stadtbewohnerinnen und -bewohnern soll ein sicheres und gesundes Lebensumfeld, Zugang zu Basisdienstleistungen, Beschäftigung und zum gesellschaftlichen Leben sowie zu nachhaltigem Wohnraum ermöglicht werden.

Zentral hierfür ist, dass der Stadtverkehr emissionsarm, sicher und für alle zugänglich gestaltet wird. Über die Transformative Urban Mobility Initiative (TUMI) leistet das BMZ seit 2016 einen wesentlichen Beitrag hierzu. Bisher wurden 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, sodass heute 26,5 Millionen Menschen täglich verbesserte Verkehrssysteme nutzen können.

Auch deutsche Kommunen engagieren sich gemeinsam mit ihren Partnerstädten in Entwicklungsländern, zum Beispiel in Form von rund 80 kommunalen Klimapartnerschaften zur CO₂-Minderung, Klimaanpassung und Wahrung von Biodiversität.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-11

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SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion
SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion
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SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Was wollen wir mit SDG 12 erreichen?

  • Die natürlichen Ressourcen sollen nachhaltig und effizient genutzt werden.
  • Abfälle sollen vermieden oder recycelt, gefährliche Abfälle sicher entsorgt werden.
  • Die Nahrungsmittelverschwendung soll verringert werden.
  • Die Unternehmen sollen ermutigt werden, ihre sozialen und ökologischen Risiken gering zu halten.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher sollen besser über nachhaltigen Konsum informiert werden.
  • Die Behörden sollen bei der Beschaffung nachhaltige Produkte bevorzugen.
  • Der Umgang mit Chemikalien soll umweltverträglicher werden.

Zahlen und Fakten

13 %

der Lebensmittel gingen 2021 nach der Ernte verloren

Etwa 1,5 Billionen US-Dollar

haben Staaten 2022 die Nutzung von Kohle, Öl und Gas subventioniert

Mehr als 160

gefährliche Chemikalien werden von den Mitgliedern des Textilbündnisses schrittweise aus der Produktion verbannt

98 Milliarden Tonnen

Rohstoffe wurden 2022 weltweit verbraucht, um die Nachfrage der Endverbraucherinnen und -verbraucher zu decken

7,8 Kilo

Elektroschrott hat jeder Mensch im Schnitt 2022 erzeugt – nur 1,7 Kilo davon wurden gesammelt und umweltschonend weiterverwertet oder entsorgt

Mehr als 1 Milliarde Tonnen

Nahrungsmittel wurden 2022 verschwendet, zumeist in den Haushalten

Wo stehen wir?

Die Weltgemeinschaft ist noch weit davon entfernt, die Lebensmittelverschwendung und -verluste pro Kopf bis 2030 zu halbieren. Um SDG 12 zu erreichen, muss die Politik nachhaltiges Wirtschaften stärker fördern und Innovationen vorantreiben. Die Weltwirtschaft muss ihr Wachstum erheblich schneller vom Ressourcenverbrauch abkoppeln. Es gilt daher, Modelle der Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Produktionsverfahren und verantwortungsvollen Konsum stärker zu unterstützen. Dafür braucht es gesetzliche Rahmenbestimmungen, finanzielle Anreize und transparente Informationen für die Öffentlichkeit.

Zwar veröffentlichen heute deutlich mehr Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte als vor zehn Jahren. Doch insgesamt muss sich die Berichterstattung der Wirtschaft über ihre Beiträge zu den SDGs noch erheblich verbessern.

Was müssen wir tun?

Für die Zukunft der Menschheit gilt es, die vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoller zu nutzen und bewusster zu konsumieren.

  • Die Bundesregierung hat in ihrem Nationalen Programm für Nachhaltigen Konsum für viele Bereiche des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Ernährung und Mobilität, Maßnahmen aufgelistet, um die negativen Sozial- und Umweltwirkungen des Konsums zu begrenzen.
  • Für Unternehmen müssen Anreize geschaffen und Regeln gesetzt werden, um die Einhaltung von Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsstandards entlang der Produktionskette sicherzustellen.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher müssen besser informiert werden, um nachhaltige Kaufentscheidungen treffen zu können.
  • Bund, Länder und Gemeinden müssen über ihre Einkäufe und Auftragsvergaben nachhaltige Produktionsweisen fördern. Sie kaufen jährlich Güter und Dienstleistungen im Wert von über 350 Milliarden Euro ein.

Das deutsche Engagement für SDG 12

Bei vielen Produkten, die wir konsumieren, erstrecken sich die Lieferketten über den gesamten Globus. Entsprechend vielfältig ist daher der Einsatz des BMZ für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster:

  • Verbindliche Vorgaben für alle Unternehmen schaffen, wie zum Beispiel das Lieferkettengesetz, das Verpackungsgesetz und das Kreislaufwirtschaftsgesetz
  • Freiwillige Zusammenschlüsse zwischen öffentlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteuren gründen, wie zum Beispiel das Bündnis für nachhaltige Textilien oder das Forum Nachhaltiger Kakao, um hohe Umwelt- und Sozialstandards zu etablieren
  • Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung geben, zum Beispiel mit dem Portal siegelklarheit.de und dem staatlichen Textilsiegel Grüner Knopf

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-12

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SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
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SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Was wollen wir mit SDG 13 erreichen?

  • Den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzen, globale Treibhausgas-Neutralität zur Jahrhundertmitte erreichen
  • Die politischen Rahmenbedingungen in Schwellen- und Entwicklungsländern für den Klimaschutz verbessern
  • Internationale Finanzinstitutionen mit den Klimazielen von Paris kompatibel machen
  • Mittel aus der Privatwirtschaft für den globalen Klimaschutz mobilisieren
  • 50 Schwellen- und Entwicklungsländer bis 2025 bei der Formulierung und Umsetzung ehrgeiziger Klimaziele unterstützen
  • 500 Millionen arme und verwundbare Menschen bis 2025 gegen Klimarisiken absichern

Zahlen und Fakten

2/3

der jährlichen Schadstoffemissionen entstehen heute in Entwicklungs- und Schwellenländern

57,4 Gigatonnen

Treibhausgase (CO₂-Äquivalent) wurden 2022 weltweit ausgestoßen – ein Rekordwert

Um 42 Prozent

müssten die Treibhausgasemissionen bis 2030 gesenkt werden, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen

133 Millionen

Menschen waren zwischen 2015 und 2022 im Jahresdurchschnitt von Katastrophen betroffen (2005–2014: 29 Millionen)

2015–2024

waren die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung

30 bis 60 Zentimeter

könnte der Meeresspiegel bei ungebremstem Klimawandel bis 2100 steigen

Wo stehen wir?

Im SDG-Fortschrittsbericht 2024 warnen die Vereinten Nationen: „Die Weltgemeinschaft steht an einem kritischen Punkt.“ Die Klimakrise beschleunige sich zusehends. Sowohl die globalen Jahresmitteltemperaturen als auch der Ausstoß von Treibhausgasen erreichten 2023 Rekordwerte. 2024 verzeichnete die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) einen weiteren Anstieg der globalen Erwärmung – damit waren die vergangenen zehn Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 170 Jahren.

Zum ersten Mal wiesen die Daten 2024 darauf hin, dass die globale Durchschnittstemperatur mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Zeitalter lag. Das bedeutet zwar noch nicht, dass dieses Temperaturziel des Pariser Klimaabkommens bereits als verfehlt eingestuft werden muss – die formulierten Ziele basieren auf Langzeitmessungen über Jahrzehnte. Doch die WMO bezeichnet die außergewöhnliche Serie von Temperaturrekorden als eindeutiges Alarmzeichen. „Die aktuelle Politik der Staaten lässt die Welt auf eine Erwärmung um drei Grad Celsius zusteuern“, warnen die Vereinten Nationen.

Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Brände und tropische Wirbelstürme haben 2023 das Leben von Millionen Menschen beeinträchtigt und wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe verursacht. Die Zahl der registrierten Katastrophen hat sich laut WMO in den vergangenen 50 Jahren verfünffacht. Halten die aktuellen Trends an, könnten sich bis 2030 jedes Jahr 560 mittlere bis große Katastrophen ereignen.

Trotz zahlreicher nationaler, regionaler und globaler Zusagen, die Nutzung klimaschädlicher fossiler Brennstoffe zu verringern, wird dafür kaum etwas getan. Als Reaktion auf die Energiepreissteigerungen durch die Corona-Pandemie und den russischen Angriff auf die Ukraine stiegen die Subventionen für Erdöl, Kohle und Gas sogar auf ein Rekordvolumen von 1,53 Billionen US-Dollar (2022).

Unter klimawandelbedingten Katastrophen leiden besonders die Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern. Die Zahl der Betroffenen liegt dort 20 Prozent über dem Weltdurchschnitt, die katastrophenbedingte Sterblichkeit sogar um 170 Prozent.

Was müssen wir tun?

Um die Zielvorgaben des SDG 13 noch zu erreichen, müssen alle Länder ehrgeizige Klimaaktionspläne vorlegen und umsetzen, ihre Wirtschaft auf klimafreundliche Energien umstellen und die Subventionierung fossiler Brennstoffe beenden.

Soll die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mehr als 40 Prozent gesenkt werden. Um die wirtschaftlichen und sozialen Kosten des Klimawandels auf kontrollierbarer Höhe zu halten, müsste die Weltgemeinschaft bis 2050 Klimaneutralität erreichen.

Die entwickelten Länder hatten sich verpflichtet, die Entwicklungsländer von 2020 bis 2025 jährlich mit 100 Milliarden US-Dollar zu unterstützen. Diese Zusage wurde laut OECD 2022 erstmals erfüllt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen muss die Unterstützung jedoch massiv ausgeweitet werden: Bis 2030 benötigen die Entwicklungsländer fast sechs Billionen US-Dollar, um ihren Treibhausgasausstoß wirksam senken und sich an die Folgen des Klimawandels anpassen zu können.

Um die Auswirkungen von Katastrophen möglichst gering zu halten, müssen nationale Strategien zur langfristigen Risikominderung entwickelt, gefahrenübergreifende Frühwarnsysteme eingerichtet und umfassende Resilienzpläne erarbeitet werden.

Das deutsche Engagement für SDG 13

Industrieländer wie Deutschland sind Hauptverursacher des Klimawandels. Sie müssen daher beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen: Mit dem European Green Deal soll Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden.

Deutschland unterstützt Entwicklungsländer und Schwellenländer weltweit dabei, ihre Treibhausgase zu verringern und sich an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen. 2023 hat die Bundesregierung insgesamt Haushaltsmittel in Höhe von rund 5,66 Milliarden Euro für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zugesagt – 78 Prozent davon kamen aus dem Haushalt des BMZ.

Mit Klima- und Entwicklungspartnerschaften unterstützt das BMZ ausgewählte Partnerländer dabei, ihre Klimaziele zu erreichen und bei der Umsetzung der Agenda 2030 voranzuschreiten – sowohl bilateral als auch multilateral im Rahmen der G7 (Just Energy Transition Partnerships, JETPs).

Der Globale Schutzschirm gegen Klimarisiken unterstützt Länder dabei, ein umfassendes System zum Management von Klimarisiken aufzubauen und Absicherungslösungen zu entwickeln, die im Fall einer Klimakatastrophe schnell umgesetzt werden können. Der Schutzschirm wurde 2022 auf der Weltklimakonferenz COP27 von den G7-Staaten gemeinsam mit den V20 gestartet.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-13

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SDG 14: Leben unter Wasser
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SDG 14: Leben unter Wasser

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Was wollen wir mit SDG 14 erreichen?

  • Die Meeresverschmutzung und die Vermüllung durch Plastik sollen deutlich verringert werden.
  • Gesunde und biodiversitätsreiche Meeres- und Küstenökosysteme sollen nachhaltig verwaltet, geschützt und wiederhergestellt werden.
  • Die Versauerung der Ozeane soll so weit wie möglich reduziert werden.
  • Fischbestände sollen nachhaltig bewirtschaftet und Überfischung, illegale, unregulierte und ungemeldete Fischerei und zerstörerische Fischereipraktiken beendet werden.
  • Mindestens zehn Prozent der Meere sollen als Meeresschutzgebiete ausgewiesen und besser verwaltet werden.
  • Subventionen, die zu Überkapazitäten, Überfischung und illegaler, unregulierter und ungemeldeter Fischerei beitragen, sollen abgeschafft werden.
  • Insbesondere kleine Inselstaaten und am wenigsten entwickelte Länder sollen vermehrt wirtschaftliche Vorteile aus der nachhaltigen Nutzung von Meeren und Küsten ziehen können.
  • Wissenschaftliche Kenntnisse sollen vertieft und Forschungskapazitäten ausgebaut, der Technologietransfer soll sichergestellt werden.

Zahlen und Fakten

70 %

unseres Planeten sind von Weltmeeren bedeckt

29 Millionen

Quadratkilometer Ozeanfläche (etwa 8 Prozent der Weltmeere) stehen unter Schutz

1,1 %

der nationalen Forschungsbudgets wurden im Schnitt zwischen 2013 und 2021 für die Meeresforschung bereitgestellt

40 %

Anstieg des Säuregehalts der Ozeane seit dem vorindustriellen Zeitalter aufgrund des weltweit erzeugten Kohlendioxids

Für mehr als 3 Milliarden

Menschen ist Fisch eine der wichtigsten Quellen für tierisches Eiweiß

38 %

der Fischbestände waren 2021 überfischt

Wo stehen wir?

Die Zerstörung der Meere – des größten Ökosystems der Erde – hat in den vergangenen Jahren nicht nachgelassen. Die Ozeane sind durch zunehmende Versauerung, sinkende Fischbestände und eine zunehmende Plastikverschmutzung gefährdet. Ein zu hoher Eintrag von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor aus der Landwirtschaft sorgt zudem für ein erhöhtes Algenwachstum – mit Sauerstoffmangel und Verlust der Artenvielfalt in den Meeren als Folge.

Zwar wurden in den vergangenen Jahren Erfolge bei der Ausweitung von Meeresschutzgebieten und der Bekämpfung der illegalen und unregulierten Fischerei erzielt. Doch laut den Vereinten Nationen müssen die globalen Anstrengungen noch beschleunigt werden. Nur bei etwa 30 Prozent der bewertbaren Zielvorgaben zu SDG 14 sind gute oder mäßige Fortschritte zu verzeichnen. Bei 30 Prozent der Vorgaben wurden nur unwesentliche Fortschritte erzielt, bei 40 Prozent ist die Entwicklung sogar rückläufig.

Zugleich mangelt es an aktuellen und international vergleichbaren Daten. Zwar hat sich die Datenlage in den vergangenen fünf Jahren erheblich verbessert, doch weiterhin liefern nicht mal 40 Prozent der Länder verlässliche Trenddaten zu SDG 14.

Geschätzte 1,6 Millionen Quadratkilometer umfasst der „Große Pazifische Müllteppich“ – damit ist er dreimal so groß wie Frankreich. Nach Angaben der Organisation The Ocean Cleanup soll der Müllteppich aus mehr als 1,8 Billionen Plastikteilen mit einem Gesamtgewicht von rund 100.000 Tonnen bestehen.

Was müssen wir tun?

Gesunde Meere und Küsten sichern unser Überleben und erhalten die Lebensgrundlage vieler Menschen. Die vielfältigen Herausforderungen beim Schutz und bei der nachhaltigen Nutzung der Meere lösen wir nur, wenn wir stärker grenz- und sektorübergreifend handeln. Wir müssen:

  • Mindestens 30 Prozent der Meeresfläche bis 2030 unter gerechten und effektiven Schutz stellen, wie im Globalen Biodiversitätsrahmen vereinbart
  • Fischbestände wiederherstellen und nachhaltig nutzen. Die Weltbank schätzt, dass durch Überfischung jährlich mehr als 80 Milliarden US-Dollar an möglichen Einnahmen verloren gehen.
  • Fischereimanagement, -kontrolle und -überwachung stärken und so illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei bekämpfen
  • Internationale Abkommen zügig verabschieden und in Kraft setzen, etwa das Übereinkommen über Fischereisubventionen, das Abkommen über die biologische Vielfalt der Meere außerhalb der nationalen Hoheitsbereiche sowie das globale Abkommen zur Bekämpfung von Plastikverschmutzung
  • Eine bessere Zusammenarbeit der Meeresforschung und nachhaltiger Meerespolitik fördern
  • Mehr finanzielle Mittel für das „Leben unter Wasser“ bereitstellen. Pro Jahr werden mehr als 150 Milliarden US-Dollar für Investitionen in die Verbesserung von Rahmenbedingungen, Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und den Schutz der Meere sowie Kapazitätsentwicklung benötigt.

Das deutsche Engagement für SDG 14

Das BMZ setzt sich in mehr als 30 Partnerländern für einen besseren Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere ein. Es unterstützt Partner dabei, die Meeresvermüllung zu verringern, und stärkt marine naturbasierte Lösungen für den Erhalt der Biodiversität, die Ernährungssicherung und den Klimaschutz.

Das BMZ setzt sich dafür ein, gerechte und effektive Meeresschutzgebiete auszuweisen und die Informationsbasis zu erweitern, damit die Partnerländer ihre Meerespolitik verantwortungsvoll gestalten können. Der Blue Action Fund trägt dazu bei, die biologische Vielfalt in den Weltmeeren zu erhalten.

Darüber hinaus fördert das BMZ eine nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakultur, die sowohl die marinen Ressourcen schützt als auch eine nährstoffreiche Ernährung und lokale Einkommen sicherstellt.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-14

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SDG 15: Leben an Land
SDG 15: Leben an Land
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SDG 15: Leben an Land

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Was wollen wir mit SDG 15 erreichen?

  • Intakte Landökosysteme und ihre Leistungen erhalten, wiederherstellen und nachhaltig nutzen
  • Verschlechterung natürlicher Lebensräume und Biodiversitätsverlust verringern
  • Gute Umweltgesetzgebung effektiv durchsetzen
  • Entwaldung beenden und Wald nachhaltig bewirtschaften und wiederherstellen
  • Wüstenbildung bekämpfen und geschädigte Flächen und Böden wiederherstellen
  • Wilderei und illegalen Handel mit geschützten Arten beenden
  • Ökosystem- und Biodiversitätswerte in Planung, Strategien und Rechnungssysteme einbeziehen
  • Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Vorteilsausgleich fördern

Zahlen und Fakten

75 %

der artenreichsten Gebiete liegen in Entwicklungs- und Schwellenländern

Rund 4.000

wildlebende Pflanzen- und Tierarten waren zwischen 2015 und 2021 von illegalem Handel betroffen

Mindestens 100 Millionen Hektar

gesunde und produktive Landfläche hat die Welt zwischen 2015 und 2019 jährlich verloren

142 Staaten

sind dem Nagoya-Protokoll beigetreten, das den Zugang zu genetischen Ressourcen und deren faire Nutzung regelt

17 %

der weltweiten Landflächen stehen unter Schutz

Etwa 1 Million

Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht

Wo stehen wir?

Entwaldung, Artensterben und die Zerstörung der Ökosysteme schreiten voran und stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Planeten und die Menschheit dar. Jeden Tag verschwinden bis zu 150 Pflanzen- und Tierarten von der Erde. Das Artensterben verläuft durch menschlichen Einfluss 100-mal schneller als es auf natürliche Weise der Fall wäre. Die Ausweitung der Landwirtschaft ist die Ursache für fast 90 Prozent des Waldverlustes.

Die Vereinten Nationen warnen: SDG 15 wird nicht erreicht werden, wenn sich unser Verhältnis zu unserer natürlichen Umwelt nicht dramatisch ändert. Die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen und der Biodiversität bedroht jetzige und zukünftige Generationen. Wird SDG 15 nicht erreicht, sind auch etwa 80 Prozent aller anderen SDGs in Gefahr, zum Beispiel die Ernährungssicherheit, sauberes Wasser oder die Bekämpfung des Klimawandels. Ohne den Erhalt der Tropenwälder ist das 1,5-Grad-Ziel nicht zu erreichen.

Zwar wächst das internationale Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Zu nennen ist hier vor allem die Verabschiedung des Globalen Biodiversitätsrahmens auf der 15. Weltnaturkonferenz 2022 in Montreal. Doch nun, so mahnen die Vereinten Nationen, sei rasches Handeln unerlässlich. Erforderlich seien verstärkte Anstrengungen und ein umfassender und abgestimmter Ansatz auf lokaler, nationaler und globaler Ebene.

10 Millionen Hektar Wald gehen jedes Jahr verloren: alle vier Sekunden ein Fußballfeld.

Was müssen wir tun?

  • Mindestens 30 Prozent der Landökosysteme unter Schutz stellen
  • Degradierte Ökosysteme, vor allem Waldlandschaften, wiederherstellen
  • Mobilisierung von privatwirtschaftlichem Kapital für den Walderhalt
  • Klima- und biodiversitätsschädliche Subventionen abschaffen – bei uns und in den Partnerländern
  • Biodiversitätserhalt in der Landwirtschaft und anderen bewirtschafteten Ökosystemen erhöhen
  • Umweltverschmutzung reduzieren, insbesondere den Einsatz von Pestiziden und den Eintrag von Plastikmüll bis 2030 halbieren
  • Wildtiere und -pflanzen nur noch legal handeln und nachhaltig nutzen
  • Indigene und andere lokale Bevölkerungen fair an den Gewinnen beteiligen
  • Menschenrechte und vor allem Rechte Indigener beim Naturschutz beachten und das Prinzip der vorherigen freien und informierten Zustimmung weltweit verpflichtend umsetzen

Das deutsche Engagement für SDG 15

2023 stellte die Bundesregierung insgesamt 1,36 Milliarden Euro für den Erhalt von Arten und Ökosystemen in Entwicklungs- und Schwellenländern zur Verfügung. 1,04 Milliarden Euro entfielen dabei auf Vorhaben, die das BMZ mit seinen Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika vereinbart hat, sowie auf seine Beiträge an multilaterale Klima- und Umweltfonds und Entwicklungsbanken.

2022 hatte die Bundesregierung zugesagt, die deutsche internationale Biodiversitätsfinanzierung bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro jährlich zu erhöhen – eine Verdopplung gegenüber den rund 750 Millionen Euro, die in den Jahren 2017 bis 2021 im Durchschnitt investiert wurden. Die Mittel sind Teil der internationalen Klimafinanzierung der Bundesregierung.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten des BMZ liegt auf der Stärkung und Ausweitung von Schutzgebieten, der nachhaltigen Nutzung von Biodiversität, dem Walderhalt, der Bekämpfung von Wildtierkriminalität und auf entwaldungsfreien Lieferketten für global gehandelte Agrarrohstoffe. Der Legacy Landscapes Fund trägt dazu bei, Schutzgebiete langfristig zu finanzieren und zu sichern.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-15

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SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
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SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Was wollen wir mit SDG 16 erreichen?

  • Alle Formen der Gewalt und die gewaltbedingte Sterblichkeit überall deutlich verringern.
  • Missbrauch und Ausbeutung von Kindern und alle Formen von Gewalt gegen Kinder beenden.
  • Die Rechtsstaatlichkeit auf nationaler und internationaler Ebene fördern und den gleichberechtigten Zugang aller zur Justiz gewährleisten.
  • Illegale Finanz- und Waffenströme sowie organisierte Kriminalität deutlich verringern.
  • Korruption und Bestechung in allen ihren Formen erheblich reduzieren.
  • Dafür sorgen, dass die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ ist.
  • Den öffentlichen Zugang zu Informationen gewährleisten und die Grundfreiheiten schützen.

Zahlen und Fakten

8 von 10

Menschen leben in Ländern, die unfrei oder nur teilweise frei sind

Mehr als 33.400

zivile Todesopfer wurden 2023 in bewaffneten Konflikten verzeichnet – 70 Prozent waren Frauen und Kinder

30 %

(3,5 Millionen) der weltweit 11,2 Millionen Häftlinge sind ohne Gerichtsurteil im Gefängnis

19 %

der Menschen geben an, dass sie Bestechungsgeld gezahlt haben oder dazu aufgefordert wurden

49 %

der Kinder unter fünf Jahren in Subsahara-Afrika wurden bei der Geburt nicht behördlich erfasst

Mindestens 54 Journalisten

wurden 2024 im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet

Wo stehen wir?

Ein dauerhafter Frieden und die Verhütung von gewaltsam ausgetragenen Konflikten sind Voraussetzung für die Erreichung aller Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Doch Konflikte und organisierte Gewaltkriminalität bestehen in aller Welt fort. In vielen Ländern haben die Bürgerinnen und Bürger keinen sicheren und gleichberechtigten Zugang zur Justiz. In fast allen Regionen der Welt sind junge Menschen und Frauen – gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil – in den Parlamenten deutlich unterrepräsentiert.

Strukturelle Ungerechtigkeiten und Defizite beim Schutz der Menschenrechte verhindern den Aufbau friedlicher und inklusiver Gesellschaften. Und angesichts globaler politischer Instabilität, schwankender Rohstoffpreise und hoher Verschuldung fällt es Regierungen in der ganzen Welt schwer, für eine verlässliche Haushaltsplanung zu sorgen und sich für künftige Krisen zu wappnen.

Eine Herausforderung bei der Bewertung der Fortschritte bleibt die Datenlage: Nur etwas mehr als 20 Prozent der Länder haben den Vereinten Nationen 2024 belastbare und international vergleichbare Daten zu SDG 16 vorgelegt.

Um SDG 16 bis 2030 zu erreichen, müssen die Fähigkeiten der staatlichen Einrichtungen verbessert werden, Ungleichheiten abzubauen und Gerechtigkeit für alle zu gewährleisten. Nur so kann das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat gestärkt beziehungsweise zurückgewonnen werden.

Weltweit waren Ende 2024 mehr als 123 Millionen Menschen auf der Flucht. Diese Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 87 Prozent der gewaltsam Vertriebenen wurden von Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen aufgenommen.

Was müssen wir tun?

Friedliche und inklusive Gesellschaften sowie gute Regierungsführung bilden die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung weltweit. Entwicklungspolitik kann wichtige Beiträge zur Konfliktbewältigung und Friedensförderung, Demokratisierung, Rechtsstaatlichkeit und zum Schutz von Menschenrechten leisten.

  • Regierungen, die Zivilgesellschaft und die Bevölkerung müssen zusammenarbeiten und gemeinsam dauerhafte Lösungen finden, um Gewalt zu verringern, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zu schaffen, die Bevölkerung an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen, Korruption zu bekämpfen und inklusive Teilhabemöglichkeiten zu gewährleisten.
  • Korruption, Bestechung, Diebstahl und Steuerhinterziehung sowie andere illegale Finanzströme müssen reduziert werden. Diese untergraben nationale und globale Entwicklungsanstrengungen und destabilisieren Gesellschaften.
  • Der internationale Waffenhandel muss drastisch reduziert werden, um Konflikten vorzubeugen. Die staatlichen Militärausgaben stiegen 2024 auf ein neues Rekordhoch von 2,72 Billionen US-Dollar – der stärkste jährliche Anstieg seit dem Ende des Kalten Krieges.
  • Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entstehen nicht über Nacht – Frieden und Gerechtigkeit sind Generationenaufgaben, die Zeit und einen langen Atem erfordern.

Das deutsche Engagement für SDG 16

Deutschland engagiert sich im weltweiten Vergleich seit vielen Jahren als einer der größten Geber in den Bereichen gute Regierungsführung, Krisenprävention, Friedensförderung und Krisenbewältigung. Im Einzelnen unterstützen wir in unseren Partnerländern die Förderung von Rechtsstaatlichkeit, demokratischer Teilhabe, leistungsfähigen, rechenschaftspflichtigen und inklusiven Institutionen, guter finanzieller Regierungsführung sowie eine wirksame Anti-Korruptionspolitik.

Dazu bedienen wir uns digitaler Formate und Mittel (E-Governance), wo dies möglich und sinnvoll ist. In Ländern, in denen keine Zusammenarbeit mit staatlichen Partnern möglich ist, unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zivilgesellschaftliche Akteure, die für die Rechte der Bürgerinnen und Bürger in ihrem Land eintreten.

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-16

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SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
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SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben

Was wollen wir mit SDG 17 erreichen?

  • Globale Herausforderungen erfordern globale, gemeinsame Anstrengungen.
  • Die Struktur des internationalen Systems (Finanzsystem, Weltmarkt, Wissen und Technologie) muss darauf ausgerichtet sein, dass alle Menschen in allen Ländern davon profitieren und gleichberechtigt Zugang erhalten.
  • Entwicklungsländer sollen befähigt werden, ihre Entwicklungsziele durch eigene Finanzmittel zu erreichen und Fortschritte eigenständig nachverfolgen zu können.
  • Alle Geberländer sollen 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für ärmere Länder bereitstellen.
  • Alle gesellschaftlichen Akteure – Wirtschaft, Wissenschaft, organisierte Zivilgesellschaft, Kommunen – sollen einen Beitrag leisten, um die SDGs zu erreichen.
  • Für Überweisungen an ihre Familien in den Herkunftsländern sollen Migrantinnen und Migranten keine hohen Gebühren zahlen müssen.
  • Entwicklungspartnerschaften mit privaten Unternehmen sollen gefordert und gefördert werden.
  • Länder und Kommunen sollen einen nationalen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten und ihrer internationalen Verantwortung durch Fachaustausch, Partnerschaftsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit gerecht werden.

Zahlen und Fakten

221,1 Milliarden US-Dollar

öffentliche Entwicklungsleistungen (ODA) der Mitglieder des OECD-Entwicklungsausschusses im Jahr 2024

0,33 %

ihres kombinierten Bruttonationaleinkommens investierten die Geberländer 2024 in Entwicklungszusammenarbeit – Ziel sind 0,7 %

Jährlich 4 Billionen US-Dollar

müssten die Entwicklungsländer bis 2030 unterstützt werden, damit sie die SDGs erreichen können

1 %

Anteil der am wenigsten entwickelten Länder an den weltweiten Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen (2023)

6,4 %

Gebühren mussten Migrantinnen und Migranten 2023 im Schnitt zahlen, um ihren Familien im Heimatland 200 US-Dollar zu überweisen

60 %

der Niedrigeinkommensländer sind überschuldet oder stehen kurz davor

Wo stehen wir?

Das 17. Entwicklungsziel ist die Grundlage für die Erreichung aller weiteren SDGs: Eine Trendwende hin zu einer nachhaltigen Entwicklung kann nur durch eine starke globale Partnerschaft mit gemeinsamen Anstrengungen aller Staaten, Zivilgesellschaften, Volkswirtschaften und Einzelpersonen gelingen. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen braucht es umso dringlicher eine enge Kooperation, um wachsende Finanzierungslücken zu schließen, die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie zu festigen und insbesondere die am wenigsten entwickelten Länder zu unterstützen.

Die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit erreichte 2023 eine Rekordhöhe – zurückzuführen vor allem auf Hilfen für die Ukraine, kurzfristige humanitäre Hilfe und gestiegene Beiträge an internationale Organisationen. 2024 ging sie jedoch um 7,1 Prozent zurück. Der Anteil der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen bleibt weiterhin deutlich unter dem Zielwert von 0,7 Prozent. 2024 erreichten nur vier Länder diese Zielmarke: Dänemark, Luxemburg, Norwegen und Schweden.

Die globalen ausländischen Direktinvestitionen gingen 2023 um zwei Prozent zurück. In den Entwicklungsländern lag der Rückgang sogar bei sieben Prozent. Laut Vereinten Nationen müssten dort jährlich vier Billionen US-Dollar mehr investiert werden, um die SDGs zu erreichen – allein in die Energiewende 2,2 Billionen US-Dollar.

Die Auslandsverschuldung der Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen betrug 2022 insgesamt neun Billionen US-Dollar. Infolge steigender Kreditkosten werden in vielen Ländern Finanzmittel von Bereichen abgezogen, die besonders wichtig für eine nachhaltige Entwicklung sind – etwa Armutsminderung, Klimaanpassung, Gesundheit und Bildung.

Was müssen wir tun?

Ob Ziel 17 erreicht wird oder nicht, entscheidet über alle anderen Ziele. Ohne finanzielle Mittel – die angesichts der enormen Herausforderungen nicht allein aus staatlichen Töpfen kommen können – sowie ohne Zugang zu Wissen und Technologien ist keines der anderen 16 Ziele zu erreichen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines gemeinsamen Handelns aller gesellschaftlichen Kräfte. Die Vereinten Nationen haben dafür einen Maßnahmenkatalog erstellt:

  • Stärkung öffentlicher Finanzsysteme zur Finanzierung der SDGs
  • Förderung von Handel und Investitionen, die an den SDGs ausgerichtet sind, für einen nachhaltigen Wiederaufbau
  • Einhaltung der Entwicklungsmittel-Verpflichtungen (0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens der reichen Länder)
  • Sofortige Senkung der Überweisungskosten für Rücküberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Heimatländer
  • Investitionen in nationale Daten- und Statistiksysteme zur Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Staaten nachdrücklich aufgefordert, ihre Anstrengungen zur Umsetzung der Agenda 2030 deutlich zu verstärken und dafür jährlich mindestens 500 Milliarden US-Dollar zusätzlich zu mobilisieren (SDG-Stimulus).

Das deutsche Engagement für SDG 17

Mit rund 30 Milliarden Euro war Deutschland 2024 nach den USA zweitgrößtes Geberland bei der offiziellen Entwicklungsfinanzierung (ODA). Gemessen an seiner Wirtschaftskraft lag Deutschland auf Platz fünf. Mit 0,67 Prozent seiner Wirtschaftsleistung hat die Bundesrepublik 2024 erstmals seit 2020 das vereinbarte Ziel von 0,7 Prozent nicht erreicht.

Derzeit arbeitet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit etwa 30 Ländern im Bereich der Fiskalpolitik zusammen. Sie werden dabei unterstützt, mehr Eigeneinnahmen zu mobilisieren und einheimische Ressourcen effektiver zu nutzen – insbesondere durch eine gerechte Erhebung von Steuern und Abgaben und eine entsprechende Haushalts- und Sozialpolitik.

Das BMZ setzt sich außerdem für den Aufbau globaler Partnerschaften ein, etwa durch die Förderung von Entwicklungspartnerschaften mit deutschen und europäischen Unternehmen, damit diese in Entwicklungsländern investieren und dort Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Darüber hinaus fördert das BMZ das entwicklungspolitische Engagement von Kommunen: 270 deutsche Städte und Kommunen gehören dem Netzwerk „Club der Agenda 2030-Kommunen“ an (Stand: April 2025).

Quelle: https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-17